KI-Prompts für Lehrkräfte: 30 Vorlagen zum Kopieren (Kl. 1-8)
Die besten KI-Prompts für Lehrkräfte geben dem Werkzeug fünf Dinge: wer Ihre Lernenden sind, was Sie wollen, die Rahmenbedingungen, das Format und was weggelassen werden soll. Unten finden Sie 30 Prompts zum Kopieren für Unterrichtsplanung, Differenzierung, Quiz, Feedback, Elternkommunikation und Klassenroutinen von der Vorschule bis zur 8. Klasse. Ersetzen Sie die [eckigen Klammern], geben Sie niemals Namen oder persönliche Angaben von Lernenden ein und prüfen Sie jedes Ergebnis, bevor es ein Kind erreicht.
Warum Prompts zehn Minuten Ihrer Zeit wert sind
Die Belege zur KI-Nutzung durch Lehrkräfte gehen inzwischen über Anekdoten hinaus:
- In einer randomisierten Studie mit 259 Naturwissenschaftslehrkräften an 68 weiterführenden Schulen in England verkürzten Lehrkräfte, die ChatGPT mit einem kurzen Leitfaden nutzten, ihre wöchentliche Unterrichtsplanung um 31 %, von 81,5 auf 56,2 Minuten, und ein unabhängiges Gremium stellte keinen merklichen Qualitätsverlust der Stunden fest (Education Endowment Foundation, Dezember 2024).
- Eine Umfrage von Gallup und der Walton Family Foundation ergab, dass Lehrkräfte, die KI mindestens wöchentlich nutzen, eine Ersparnis von 5,9 Stunden pro Woche angeben. Doch nur 32 % nutzen sie so oft, und nur 19 % sagen, dass ihre Schule eine KI-Richtlinie hat (Walton Family Foundation, Juni 2025).
Der Unterschied zwischen beiden Gruppen liegt vor allem im Prompting. Eine vage Anfrage bringt ein beliebiges Arbeitsblatt; eine konkrete bringt etwas, das Sie morgen unterrichten können.
Die eine Datenschutzregel
Vor jedem Prompt gilt: Keine personenbezogenen Daten. Keine Namen, keine Initialen plus Klasse, keine Angaben aus Förderplänen (IEP oder EHCP), keine Fotos von Schülerarbeiten mit Namen darauf.
Die Leitlinien des britischen Bildungsministeriums (Department for Education) sind eindeutig: Personenbezogene Daten werden nicht in generativen KI-Werkzeugen verwendet, und Schulen dürfen ohne Erlaubnis nicht zulassen oder veranlassen, dass Originalarbeiten von Lernenden zum Training generativer KI-Modelle genutzt werden (DfE, Generative AI in education). In den USA wirft das Einfügen identifizierbarer Schülerdaten in ein nicht zugelassenes Werkzeug Fragen nach FERPA auf; siehe unsere FERPA- und COPPA-Checkliste für KI-Werkzeuge. In Deutschland gelten entsprechend die DSGVO und die Datenschutzvorgaben Ihres Bundeslandes.
Beschreiben Sie Bedürfnisse, nicht Kinder: „ein Kind, das zwei Jahre unter dem Leseniveau seiner Klassenstufe liest“ statt eines Namens.
So schreiben Sie KI-Prompts für den Unterricht: die Formel
Jeder Prompt unten folgt demselben fünfteiligen Aufbau. Wenn Sie ihn einmal verinnerlicht haben, können Sie eigene schreiben:
| Teil | Was hineingehört | Beispiel |
|---|---|---|
| Rolle | Als wer die KI agieren soll | „Du bist eine erfahrene Lehrkraft für die 4. Klasse“ |
| Lernende | Alter, Niveau, Bedürfnisse | „28 Kinder, heterogen, 5 lernen Deutsch als Zweitsprache“ |
| Aufgabe | Das genaue Ergebnis | „Schreibe einen Stundenentwurf für 45 Minuten zum Erweitern von Brüchen“ |
| Rahmen | Zeit, Material, Standards | „Nur Papier und Wendeplättchen. Abgestimmt auf [Lehrplan]“ |
| Format | Wie Sie es zurückbekommen möchten | „Eine Tabelle mit Zeitangaben, danach ein Exit-Ticket mit 5 Fragen“ |
Ergänzen Sie eine weitere Zeile, wenn es darauf ankommt: „Stelle mir drei Fragen, bevor du anfängst.“ Das zwingt das Werkzeug, Lücken zu füllen, statt zu raten.
Prompts für die Unterrichtsplanung
- Komplette Stunde: „Du bist eine erfahrene Lehrkraft für [Klassenstufe]. Plane eine [Dauer]-minütige Stunde zu [Thema] für [Anzahl] Lernende auf [Niveau]. Mit Einstieg, Instruktion, angeleiteter Übung, selbstständiger Übung und Exit-Ticket. Verwende nur [Material]. Gib die Zeiten in einer Tabelle an.“
- Überblick über eine Einheit: „Erstelle einen Plan für eine [Anzahl]-wöchige Unterrichtseinheit zu [Thema] für [Klassenstufe], abgestimmt auf [Lehrplan oder Standard]. Nenne für jede Woche das Lernziel, eine zentrale Aktivität und eine formative Lernstandskontrolle.“
- Einstiegsgenerator: „Gib mir fünf dreiminütige Einstiege zu [Thema], die ein [Alter]-jähriges Kind überraschend finden würde. Mindestens zwei müssen ohne Technik auskommen.“
- Fehlvorstellungen finden: „Nenne die fünf häufigsten Fehlvorstellungen von Lernenden der [Klassenstufe] zu [Thema], jeweils mit einer kurzen Frage, die sie aufdeckt.“
- Bezug zur Lebenswelt: „Schlage drei Beispiele für [Begriff] aus der realen Welt vor, die [Alter]-jährige Kinder in [Land] aus ihrem Alltag kennen.“
- Fächerübergreifend: „Zeige, wie eine Stunde zu [Thema in Fach A] eine 10-minütige Aktivität aus [Fach B] für [Klassenstufe] enthalten könnte.“
Prompts für die Differenzierung
- Drei Niveaus: „Schreibe diese Aufgabe auf drei Niveaus um: Unterstützung, Basis und Herausforderung. Behalte dasselbe Lernziel bei. [Aufgabe einfügen]“
- Leseniveau: „Schreibe diesen Text für Lesende im Alter von etwa [Alter oder Klassenstufe] um. Behalte alle wichtigen Fakten. Verwende kurze Sätze und erkläre jedes Wort über diesem Niveau in Klammern. [Text einfügen]“
- Deutsch als Zweitsprache: „Passe diese Aktivität für Lernende an, die neu im Deutschen sind, auf [Anfänger- oder Mittelstufen-]Niveau. Ergänze einen Wortspeicher, Satzanfänge und visuelle Hinweise, die ich zeichnen kann. [Aktivität einfügen]“
- Gestufte Schritte: „Zerlege diese Aufgabe in nummerierte Schritte, denen ein Kind, das Schwierigkeiten mit [Fertigkeit] hat, allein folgen kann, mit einem Hinweis bei jedem Schritt, aber ohne Endergebnis. [Aufgabe einfügen]“
- Fragen zur Vertiefung: „Schreibe drei offene Herausforderungsfragen zu [Thema] für Lernende, die früher fertig sind. Jede soll verlangen, die Idee auf eine neue Situation anzuwenden.“
- Reizarme Version: „Schlage Änderungen an dieser Stunde vor, die Lärm, Bewegung und visuelle Unruhe verringern, ohne das Lernziel zu verändern. [Entwurf einfügen]“
Für eine tiefergehende Unterstützung bei besonderem Förderbedarf siehe KI in der Sonderpädagogik.
Prompts für Fragen, Quiz und Leistungsüberprüfung
- Wiederholungsquiz: „Schreibe 10 Multiple-Choice-Fragen zu [Thema] für [Klassenstufe]. Jede falsche Antwortoption soll eine echte Fehlvorstellung widerspiegeln. Setze die Lösungen mit einer einzeiligen Erklärung ans Ende.“
- Exit-Tickets: „Gib mir drei Exit-Ticket-Fragen für eine Stunde zu [Lernziel]: eine zum Erinnern, eine zum Anwenden, eine zum Erklären des eigenen Denkwegs.“
- Scharnierfrage: „Schreibe eine Scharnierfrage für die Mitte einer Stunde zu [Thema] mit vier Optionen, bei der jede falsche Antwort verrät, welche Fehlvorstellung die oder der Lernende hat.“
- Bewertungsraster: „Erstelle ein vierstufiges Bewertungsraster für [Aufgabe] für [Klassenstufe] in schülergerechter Sprache mit höchstens vier Kriterien.“
- Fragenleiter: „Schreibe eine Folge von sechs Fragen zu [Thema], die vom Erinnern bis zum Erschaffen ansteigen, für [Klassenstufe].“
Prompts für Feedback
- Kommentarsammlung: „Schreibe 12 kurze, konkrete Feedback-Kommentare zu [Aufgabentyp] in [Klassenstufe], die häufige Stärken und nächste Schritte abdecken. Verwende ‚du‘ und bleibe jeweils unter 25 Wörtern.“
- Musterlösung: „Schreibe eine Musterantwort auf diese Frage auf dem Niveau eines starken Kindes der [Klassenstufe] und markiere dann, was sie stark macht. [Frage einfügen]“
- Zusammenfassung häufiger Fehler: „Hier sind anonymisierte Antworten von Lernenden, aus denen die Namen entfernt wurden. Ordne die Fehler nach Themen und schlage eine 10-minütige Wiederholung für den größten vor. [Antworten einfügen]“
- Entwurf für einen Zeugniskommentar: „Entwirf einen Zeugniskommentar mit 60 Wörtern für ein Kind der [Klassenstufe], das [Stärken] zeigt und an [Zielen] arbeiten muss. Warm, konkret, ohne Fachjargon.“ Ergänzen Sie den Namen des Kindes danach selbst, außerhalb des Werkzeugs.
Prompts für die Elternkommunikation
- Absatz für den Klassenbrief: „Schreibe einen Absatz mit 120 Wörtern für den Klassenbrief, der erklärt, was wir diesen Monat in [Thema] lernen, und eine Sache, die Familien zu Hause tun können.“
- Heikle E-Mail: „Hilf mir, einem Elternteil zu antworten, das besorgt ist, dass [Anliegen]. Ruhig, sachlich, unter 150 Wörtern, mit dem Angebot eines Gesprächs. Gib keine Schuld zu und mache keine Versprechen zu Ergebnissen.“
- Prüfung für Übersetzungen: „Vereinfache diese Nachricht zu klarer, einfacher Sprache auf etwa dem Leseniveau einer 5. Klasse, damit sie sich sauber übersetzen lässt. [Nachricht einfügen]“ Für die eigentliche Übersetzung nutzen Sie den von Ihrer Schule zugelassenen Übersetzungsdienst.
- KI-Erklärung: „Erkläre Eltern in 100 Wörtern, wie unsere Klasse [Werkzeug] nutzt und wie die Daten der Lernenden geschützt werden.“ Passen Sie danach unseren Elternbrief zu KI im Unterricht an.
Prompts für Klassenroutinen und Verwaltung
- Skript für eine Routine: „Schreibe ein Schritt-für-Schritt-Skript, um [Routine, z. B. Aufstellen in einer Reihe] in der ersten Woche mit [Klassenstufe] einzuüben: was ich sage, was die Kinder tun und wie wir üben.“
- Regeln für Sitzordnung und Gruppen: „Schlage fünf Möglichkeiten vor, 28 Lernende für [Art der Aktivität] in Gruppen einzuteilen, jeweils mit Vor- und Nachteilen.“
- Verhaltens-Reset: „Gib mir drei ruhige, kurze Sätze, um unaufmerksames Verhalten in [Klassenstufe] umzulenken, ohne jemanden vor der Klasse bloßzustellen.“
- Vertretungsplan: „Mache aus diesem Stundenentwurf einen einseitigen Plan für die Vertretungslehrkraft mit Zeiten, Material und was zu tun ist, wenn Lernende früher fertig sind. [Entwurf einfügen]“
- Brief zu Ausflug oder Veranstaltung: „Entwirf ein Einverständnisschreiben für [Veranstaltung] am [Datum] mit Kosten, Zeiten, Mitzubringendem und einem Rückmeldeabschnitt.“
Prompts, um Lernenden KI zu erklären
Wenn Sie KI-Kompetenz unterrichten, können Prompts auch die Materialien erstellen:
- „Schreibe einen Absatz mit 150 Wörtern über [Thema] für [Klassenstufe], der genau zwei sachliche Fehler enthält. Führe die Fehler und Korrekturen in einem separaten Lösungsblatt auf.“ (Eine fertige „Finde den Fehler“-Aktivität.)
- „Nenne mir sechs Alltagsgegenstände und erkläre für ein siebenjähriges Kind, ob jeder davon KI nutzt und warum.“
Unsere Stundenentwürfe zur KI-Kompetenz bis Klasse 8 machen daraus vollständige Stunden.
Drei Gewohnheiten, die gute von schlechten Ergebnissen trennen
- Weiterentwickeln statt neu beginnen. „Mach es kürzer“, „mach Frage 3 schwieriger“, „ergänze eine Grafik“ bringt mehr, als den Prompt neu zu schreiben.
- Fakten und Ton prüfen. Die Leitlinien des DfE halten fest, dass alle erzeugten Inhalte ein kritisches Urteil erfordern, um Angemessenheit und Richtigkeit zu prüfen. Die Verantwortung als Lehrkraft bleibt bei Ihnen.
- Die besten Prompts speichern. Ein gemeinsames Dokument der Fachschaft mit erprobten Prompts ist die günstigste Fortbildung, die Sie je organisieren werden.
Wo die Lernenden ins Spiel kommen
Alles oben richtet sich an Lehrkräfte: Sie nutzen einen allgemeinen, von Ihrer Schule zugelassenen Assistenten für die Planung. KI für Lernende ist eine andere Entscheidung mit anderen Regeln, weil Ihre Lernenden Kinder sind. Genau diese Lücke füllt Askie for Schools: Antworten, die an das Alter jedes Kindes angepasst sind, ein persönlicher Zugangscode für jedes Kind und ein Gesprächsverlauf, den Sie einsehen können. Zur Auswahl von Werkzeugen für Lehrkräfte siehe KI-Tools für Lehrkräfte.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich diese Prompts in jedem KI-Werkzeug verwenden?
Ja. Sie sind so geschrieben, dass sie in jedem allgemeinen Assistenten funktionieren, den Ihre Schule zugelassen hat. Die Ergebnisse unterscheiden sich je nach Werkzeug, testen Sie also einen Prompt, bevor Sie sich darauf verlassen.
Darf ich Arbeiten von Lernenden in ein KI-Werkzeug einfügen?
Nur, wenn Namen und identifizierende Angaben entfernt sind und Ihre Schule das Werkzeug für diesen Zweck zugelassen hat. Im Zweifel beschreiben Sie die Arbeit, statt sie einzufügen.
Sind mit KI erstellte Stunden schlechter?
Nicht unbedingt. Die EEF-Studie fand keinen merklichen Qualitätsunterschied, wenn Lehrkräfte KI mit Anleitung nutzten. Qualität entsteht durch Ihre Prüfung und Überarbeitung, nicht durch den ersten Entwurf.
Wie schreibe ich meine eigenen KI-Prompts für den Unterricht?
Nutzen Sie die fünfteilige Formel: Rolle, Lernende, Aufgabe, Rahmen, Format. Bitten Sie das Werkzeug dann, Ihnen zuerst drei klärende Fragen zu stellen.
Ihre Prompts planen die Stunde. Askie setzt sie sicher um.
Askie for Schools ist eine KI für Lernende mit altersgerechten Antworten und Gesprächen, die Lehrkräfte einsehen können. Kostenlos für 20 Schülerinnen und Schüler und 200 Textfragen pro Woche.